Heute erreichte uns die Bitte, auf eine neue Facebookseite zum ehemaligen Black People Fanclub in Dresden zu verweisen. Inhaltlich werden dort sehr interessante Erinnerungsstücke aus der Zeit zwischen 1989 - 1992 gezeigt. Dem kommen wir sehr gern nach und bitten ehemalige Mitglieder um Kontaktaufnahme zum Admin der Seite - Steve ...hier entlang! Vielleicht erkennt sich auch der ein oder andere auf dem Foto wieder?

Geschichte des Black People Ungefähr Im Februar 1989 hatten wir den Wunsch, einen Depeche Mode Club in Dresden zu gründen. Wir waren sehr jung und hatten im Grunde gar keine genaue Vorstellung wie das ganze funktionieren sollte. Es gab in Dresden bereits einen FC, der New Life. Dieser war gut durch organisiert. Man musste dort einen Mitgliedsbeitrag bezahlen. Genau das störte uns. Wir wollten nicht organisiert sein, so wie in der FDJ. Es sollte alles Spaß machen, spontan sein. Nun wie gesagt, wir hatten am Anfang gar keinen Plan. So gründeten wir einfach zu 6. Den „Black Message“ Das waren Kasi, Harnsel, Rene, Dave, Mücke und ich. Ich weiß wirklich nur noch diese Spitznamen. Wir trafen uns in der Regel am Eiskaffee auf der Prager Straße in Dresden. Hauptthema: natürlich Depeche Mode. Zu dieser Zeit war uns noch keine einzige reine Depeche Mode Party bekannt. Man ging in normale Discos, verabredete sich mit so vielen gleichgesinnten wie man traf und versuchte immer wieder die jeweiligen DJs zu „Depeche Mode Runden“ zu überreden. Also möglichst 3,4 Lieder am Stück. Die Discos wo das klappte, wurden dann immer wieder besucht. Äußerlich war man zu dieser Zeit schon gut erkennbar. Auch hier im Osten hatte seit den späten 80’gern bereits fast jeder Mode ein schwarzes Outfit, vorzugsweise Leder und Jeans. Ich weiß gar nicht mehr wie wir an die Klamotten gekommen sind. Aber teilweise wurden Sachen selber gefärbt und genäht. 1987 habe ich mir noch braune Stiefel mit Farbe schwarz gestrichen, weil es einfach keine passenden schwarzen Schuhe gab und man als 16 jähriger auch kaum genug Geld für Klamotten hatte. Schnell knüpfte man mit Anderen, die die gleichen Interessen hatten, Kontakt. Adressen wurden getauscht. Die gesamte Kommunikation lief über Briefverkehr. Auch in Pirna gab es eine kleine Gruppe mit den gleichen Ideen. Man kam schnell zusammen und nannte sich ab da „Black People“. Mir fällt vor allem der Name Holger R. ein. Nicht viel später schlossen sich die Freiberger noch mit uns zusammen. Es wurden dann schnell immer mehr. Parallel zum FC New Life versuchten auch wir nun alle Depeche Mode Fans, die das wollten, zu organisieren. Es gab einen Clubausweiß, selbstgebastelt aus weißem Papier. Dieser ist jedoch nie wirklich in Masse gegangen und nur die wenigsten haben Ihn erhalten. Aber für diesen haben wir unser Logo kreiert. Einer aus den Club machte Bronzene Anstecknadeln mit dem Logo. Auch diese haben es nie in die breite Masse geschafft. Wir hatten eine Art Infoleitung. Es gab in jeder Stadt jemanden den man per Brief mitteilte wann eine Party steigen sollte, oder was man an Neuigkeiten gehört hatte. Dieser verteilte das dann an die Leute die er kannte. Das funktionierte ziemlich gut und so traf man sich mit immer größerer Häufigkeit am WOEN in irgendeiner Stadt zu einer Party. Längst hatte man Kontakt zu anderen FC wie z.B. in Karl Marx Stadt, Halle, Zwickau, Berlin, Jena und natürlich zum New Life. Das war immer ein ganz besonderes Verhältnis. Oft zog man sich gegenseitig auf oder versuchte zu Wetteifern. Aber im Grunde verstand man sich wirklich super. Und im Nachhinein, der New Life hat weit mehr auf die Beine gestellt, als wir. Auch wenn sie dabei immer so furchtbar ernst und wichtig waren! Die Wende gab uns neue Möglichkeiten. Bisher traf man sich zu Hause und überspielte sich von einem Kassettenrecorder zum anderen die neusten Mode Mixe, Live Mitschnitte oder sonstige seltene Sachen. Poster kaufte man bis zu 40 DDR Mark untereinander ab. Auf einmal konnte man sich alles kaufen. Klamotten, Schallplatten, Musikzeitschriften. Informationen ohne Ende. Das brachte aber auch schnell das gemeinsame Interesse auseinander. So blieben nur noch die Partys, alles andere konnte sich jeder nun selbst besorgen. Es begann die Zeit wo viele weggingen und unser Club, der zur Glanzzeit über 120 Leute hatte, brach sehr schnell auseinander. Für mich persönlich bleiben unvergessene Erinnerungen an eine Wundervolle Zeit und ein Haufen herrlicherer Menschen. Texte/ Foto: Steve.